Aktuell

"NATUR-FRAGMENTE" von Viktor Meier

Der Kulturring Ostercappeln KURIOS zeigt ab dem 20. Oktober in der Alten Mädchenschule am Kirchplatz in Ostercappeln unter dem Titel "Naturfragmente" Bilder, die von Viktor Meier aus Stirpe „geknipst“ wurden.
Der Begriff „Knipsen“ ist unter Fotografen mehr als verpönt. Ja, es ist gemeinhin das Schlimmste, womit ein Betrachter deren Tätigkeit verunglimpfen und herabwürdigen kann. „So sind aber meine Bilder entstanden“, sagt aber Viktor Meier selbst, ohne jede Koketterie. Wenn dann dabei solche großartigen Bilder herauskommen, muss dieser im Südosten Westsibiriens geborene Künstler schon etwas ganz Besonderes haben.
Es ist sein analytischer Blick, dem auch gar nichts zu entgehen scheint, seine ganz eigene Art des Sehens, die auch im scheinbar Banalen das Besondere entdeckt und seine einzigartige Fähigkeit nicht nur zu sehen, sondern auch zu erkennen. Dazu weiß er die durch die Natur beschränkte Fähigkeit des menschlichen Gehirns geschickt zu nutzen. Das ist die immanente Eigenheit, stets und zuallererst jedes Bild mit zuvor bereits Gesehenem, irgendwo Gespeichertem zu vergleichen. Dabei führt er uns oft auf Nebengleise, verführt uns zu Vermeintlichem und bringt uns damit vielleicht einer Erkenntnis näher.
Das Zitat von Albrecht Dürer: "Denn wahrhaftig steckt die Kunst in der Natur. Wer sie heraus kann reißen, der hat sie“, steht groß über der Ausstellung kombiniert mit einer Art Globus, auf dem Afrika deutlich erkennbar scheint. Diese Weltkugel entpuppt sich allerdings bei genauerer Betrachtung als Teil einer Birkenrinde, die Viktor in Stirpe geknipst hat. Alle seine "Naturfragmente" hat er dort am Fuße des Wiehengebirges aufgespürt. Die als Kontrapunkt fungierenden, inhaltlich gewiss zugehörigen Kulturfragmente hat er aus Paris mitgebracht. Die Bruchstücke und Splitter hätte er vielleicht auch in Bohmte, Bad Essen oder Ostercappeln finden können. Aber für ihn musste es Paris sein, weil „dort Kunst und Kultur selbst in jedem Dreck stecken“. So sagt wenigstens Viktor Meier.
Ausgebildet wurde er zunächst an der Kunstschule von Novoaltaisk und an der von Charkow. Dort in der Ukraine studierte er später Kunst und Design, was ihn an die Kunstwerkstätten ins südrussische Belgorod führten. Im Jahre 1991 übersiedelte er nach Deutschland, wo er als Künstler frei schafft und zum Broterwerb in der Industrie designt. Bei Ausstellungen in Charkow und Moskau, aber auch in Paris, konnte er sein Können unter Beweis stellen.

 

 

 

 

 

Demnächst

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 
Back to Top